Türkische Fälle erklärt: 6 Endungen für Deutschsprachige

Das Türkische hat sechs Fälle, und jeder ist eine Endung am Ende des Nomens: Nominativ (ohne Endung), Akkusativ -(y)ı, Dativ -(y)a, Lokativ -da, Ablativ -dan und Genitiv -(n)ın. Sie übernehmen die Arbeit, die im Deutschen Präpositionen und Artikel leisten: eve heißt „nach Hause, ins Haus“, evde „im Haus“, evden „aus dem Haus“. Die Endungen sind regelmäßig und folgen der Vokalharmonie. Schwierig ist für Deutschsprachige vor allem der Akkusativ, denn Türkisch setzt ihn nur, wenn das Objekt bestimmt ist.
Wer Deutsch spricht, denkt schon in Fällen, und das ist ein echter Vorteil. Nur zeigt das Deutsche den Fall meist am Artikel zeigt (der, den, dem, des) und das Türkische, das keine Artikel hat, am Wortende. Die Namen der Fälle und die Beispiele unten folgen der türkischen Standardgrammatik, wie sie die Türkische Sprachgesellschaft (TDK) verwendet. Die türkischen Bezeichnungen in Klammern findest du in türkischen Lehrbüchern.
Die sechs Fälle auf einen Blick
Jeder Fall beantwortet eine Frage. Wenn du die Frage stellen kannst, findest du meistens auch den Fall.
In den Tabellen steht ein Großbuchstabe für einen Laut, der sich dem Wort anpasst:
| Buchstabe | Kann sein |
|---|---|
| I | ı, i, u, ü |
| A | a, e |
| D | d, t |
| Fall | Türkischer Name | Endung | Frage | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|---|---|---|
| Nominativ | yalın hal | keine | kim? ne? (wer? was?) | Subjekt oder unbestimmtes Objekt | ev (ein Haus) |
| Akkusativ | belirtme hali | -(y)I (-ı, -i, -u, -ü) | kimi? neyi? (wen? was?) | bestimmtes direktes Objekt | evi (das Haus, als Objekt) |
| Dativ | yönelme hali | -(y)A (-a, -e) | kime? nereye? (wem? wohin?) | Richtung, Empfänger | eve (nach Hause) |
| Lokativ | bulunma hali | -DA (-da, -de, -ta, -te) | kimde? nerede? (bei wem? wo?) | Ort, Zeitpunkt | evde (zu Hause) |
| Ablativ | ayrılma hali | -DAn (-dan, -den, -tan, -ten) | kimden? nereden? (von wem? woher?) | Herkunft, Vergleich | evden (von zu Hause) |
| Genitiv | ilgi hali | -(n)In (-ın, -in, -un, -ün) | kimin? neyin? (wessen?) | Besitz | evin (des Hauses) |
Manche Grammatiken zählen zwei weitere dazu: den Instrumental -(y)la (arabayla, mit dem Auto) und den Äquativ -ca (bence, meiner Meinung nach). Die meisten Lehrwerke für Lernende behandeln die sechs oben als Kern, und dabei bleiben wir hier.
Was wie im Deutschen funktioniert und was nicht
Vier der sechs Namen kennst du aus der Schule, aber gleicher Name heißt nicht gleiche Aufgabe. Die wichtigsten Unterschiede:
| Deutsch | Türkisch | |
|---|---|---|
| Wo steht der Fall? | meist am Artikel: den Mann, dem Mann | am Nomen: adamı, adama |
| Akkusativ | bei jedem direkten Objekt | nur beim bestimmten direkten Objekt |
| Dativ | indirektes Objekt, nach vielen Präpositionen, auch für „wo“ (in der Stadt) | Empfänger und Richtung, nie für „wo“ |
| „Wo?“, „Woher?“ | Präposition + Dativ (in der Stadt, aus der Stadt) | eigene Fälle: Lokativ şehirde, Ablativ şehirden |
| Genitiv | im Alltag oft durch von ersetzt | im Alltag unverzichtbar |
Am nützlichsten ist die Dreierreihe, die du aus dem Deutschen schon kennst: wo? wohin? woher? Im Türkischen sind das genau drei Fälle: Lokativ, Dativ, Ablativ.
- Nerede? (Wo?) Okulda. (In der Schule.)
- Nereye? (Wohin?) Okula. (In die Schule.)
- Nereden? (Woher?) Okuldan. (Aus der Schule.)
Im Deutschen entscheidest du bei in zwischen Dativ (in der Schule) und Akkusativ (in die Schule). Das fällt im Türkischen weg, und der türkische Dativ ist immer der „Wohin-Fall“, der deutsche Dativ für „wo“ wird dort zum Lokativ.
Vokalharmonie, Pufferbuchstaben und Konsonantenwechsel
Die Endungen ändern ihre Form aus drei Gründen.
Erstens die Vokalharmonie. Dativ, Lokativ und Ablativ sind zweifach: a nach einem hinteren, e nach einem vorderen Vokal (okula, eve). Akkusativ und Genitiv sind vierfach: ı, i, u oder ü (kızı, evi, okulu, gözü). Die ganze Regel steht in unserem Artikel über türkische Vokalharmonie und Endungen.
Zweitens die Pufferbuchstaben. Das Türkische vermeidet zwei Vokale hintereinander. Endet ein Wort auf Vokal, schiebt sich ein Konsonant dazwischen. **Akkusativ und Dativ nehmen y, der Genitiv nimmt n.**
- kapı (Tür): kapıyı, kapıya, kapının
- araba (Auto): arabayı, arabaya, arabanın
Lokativ und Ablativ beginnen mit einem Konsonanten und brauchen keinen Puffer: kapıda, arabadan.
Auf einen zweiten Puffer musst du achten. Nach dem Possessivsuffix der 3. Person (evi, sein oder ihr Haus) sowie nach dem Pronomen o und den Demonstrativa bu und şu nimmt jeder Fall ein n: evini, evine, evinde, evinden, ebenso onu, ona, onda, ondan, bunu, bunda.
Drittens wechseln Konsonanten. Nach einem stimmlosen Konsonanten (ç, f, h, k, p, s, ş, t) wird das d von Lokativ und Ablativ zu t: kitapta, ofiste, Berlin'de, aber Paris'te. In die andere Richtung werden viele Wörter auf p, ç, t, k weich, wenn ein Vokal folgt: kitap → kitabı, kitaba; ağaç → ağacı; çocuk → çocuğu. Das TDK-Wörterbuch Güncel Türkçe Sözlük zeigt das direkt nach dem Stichwort an (zum Beispiel kitap, -bı), sodass du jedes Wort prüfen kannst.
Namen von Personen, Städten und Ländern bekommen einen Apostroph vor der Endung: Ayşe'ye, İstanbul'da, Almanya'dan (aus Deutschland). Die TDK-Rechtschreibregeln zum Apostroph nennen genau diesen Fall.
Ein Wort durch alle sechs Fälle
| Fall | ev (Haus) | kapı (Tür) | kitap (Buch) | Ankara |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | ev | kapı | kitap | Ankara |
| Akkusativ | evi | kapıyı | kitabı | Ankara'yı |
| Dativ | eve | kapıya | kitaba | Ankara'ya |
| Lokativ | evde | kapıda | kitapta | Ankara'da |
| Ablativ | evden | kapıdan | kitaptan | Ankara'dan |
| Genitiv | evin | kapının | kitabın | Ankara'nın |
Pronomen, mit den unregelmäßigen Formen
| ben | sen | o | biz | siz | onlar | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Akkusativ | beni | seni | onu | bizi | sizi | onları |
| Dativ | bana | sana | ona | bize | size | onlara |
| Lokativ | bende | sende | onda | bizde | sizde | onlarda |
| Ablativ | benden | senden | ondan | bizden | sizden | onlardan |
| Genitiv | benim | senin | onun | bizim | sizin | onların |
Lern bana (mir), sana (dir), benim (mein) und bizim (unser) als eigene Wörter, so wie du mir und mich auch nicht aus ich ableitest. **Die Formen bene, sene und benin gibt es nicht.**
Nominativ: die Grundform
Der Nominativ ist das Wort ohne Endung. Er markiert das Subjekt (Kedi uyuyor, die Katze schläft) und das Nomen vor var und yok (Ekmek var mı?, gibt es Brot?).
Anders als im Deutschen markiert er auch ein direktes Objekt, das unbestimmt oder allgemein ist. Kitap okuyorum heißt „Ich lese“, im Sinne von „Ich bin am Bücherlesen“, ohne ein bestimmtes Buch.
Der Akkusativ und die Regel vom bestimmten Objekt
Im Deutschen steht jedes direkte Objekt im Akkusativ, und den Unterschied zwischen „Ich habe Brot gekauft“ und „Ich habe das Brot gekauft“ macht der Artikel. Türkisch hat keinen Artikel, und deshalb übernimmt die Akkusativendung diese Aufgabe.
- Ekmek aldım. Ich habe Brot gekauft. (irgendein Brot)
- Ekmeği aldım. Ich habe das Brot gekauft. (das, von dem wir gesprochen haben)
- Bir ekmek aldım. Ich habe ein Brot gekauft.
Der Akkusativ markiert also ein Objekt, das der Zuhörer identifizieren kann. Als Faustregel: Würdest du im Deutschen der, die, das, dieser, mein oder einen Namen sagen, braucht das Türkische fast immer die Endung. Bei „ein“ oder ganz ohne Artikel fehlt sie meist.
Den Akkusativ setzt du immer bei:
- Personalpronomen: Seni seviyorum. (Ich liebe dich.), Beni ara. (Ruf mich an.)
- Namen: Ali'yi gördüm. (Ich habe Ali gesehen.)
- Nomen mit Possessivendung: Annemi aradım. (Ich habe meine Mutter angerufen.)
- Nomen nach bu, şu, o: Bu filmi izledim. (Ich habe diesen Film gesehen.)
- etwas schon Erwähntem: Bir elbise aldım. Elbiseyi çok sevdim. (Ich habe ein Kleid gekauft. Das Kleid gefällt mir sehr.)
Lass ihn weg, wenn das Objekt allgemein ist: Çay içer misin? (Trinkst du Tee? / Möchtest du Tee?), Araba kullanıyor musun? (Fährst du Auto?), Mektup yazıyorum (Ich schreibe Briefe).
Die beiden Objektarten verhalten sich auch im Satz verschieden. Ein Objekt ohne Endung muss direkt vor dem Verb stehen: Her sabah kahve içerim ist natürlich, Kahve her sabah içerim klingt für türkische Ohren falsch. Ein Objekt im Akkusativ ist beweglich: Kahveyi her sabah ben yaparım (Den Kaffee mache jeden Morgen ich). Das erinnert ein wenig an das Deutsche, wo du ein Objekt mit Artikel auch nach vorne stellen kannst.
Die typischen Fehler gehen in beide Richtungen:
| Lernende sagen | Richtig | Warum |
|---|---|---|
| Sen seviyorum | Seni seviyorum | Pronomen als Objekt stehen immer im Akkusativ |
| Ali gördüm | Ali'yi gördüm | Namen sind immer bestimmt |
| Kahveyi içer misin? | Kahve içer misin? | allgemeines Angebot, keine bestimmte Tasse |
| Sana bekliyorum | Seni bekliyorum | beklemek verlangt den Akkusativ |
Nur direkte Objekte bekommen den Akkusativ, das Subjekt nie. Verlangt das Verb einen anderen Fall, etwa den Dativ bei yardım etmek, ist der Akkusativ falsch, auch wenn das Objekt bestimmt ist: Sana yardım edeyim (Lass mich dir helfen), nie Seni yardım edeyim. Hier hilft dir das Deutsche sogar, denn auch „helfen“ verlangt den Dativ.

Dativ -(y)a: wohin, wem, für wie viel
Der Dativ zeigt eine Richtung. Du brauchst ihn für das Ziel (Eve gidiyorum, ich gehe nach Hause; Ankara'ya taşındık, wir sind nach Ankara gezogen) und für den Empfänger (Anneme çiçek aldım, ich habe meiner Mutter Blumen gekauft; Ona söyledim, ich habe es ihm gesagt). Beim Empfänger deckt er sich mit dem deutschen Dativ.
Der Dativ steht auch bei Preisen. Bu ceket kaça? heißt „Was kostet diese Jacke?“, und Beş yüz liraya aldım heißt „Ich habe sie für 500 Lira gekauft“. Auch bei der Uhrzeit taucht er auf: Saat üçe beş var ist „fünf vor drei“. Die ganzen Muster für Uhr und Preise stehen in unserem Artikel zu Uhrzeit, Zahlen und Preisen auf Türkisch.
Mit dem Infinitiv drückt er einen Zweck aus, wie „um … zu“: Ekmek almaya gittim (Ich bin Brot kaufen gegangen).
Lokativ -da: wo und wann
Der Lokativ sagt, wo etwas ist: evde (zu Hause), masada (auf dem Tisch), otobüste (im Bus). Wo das Deutsche in, auf, an und bei unterscheidet, reicht im Türkischen meistens eine einzige Endung. Er markiert auch Zeitpunkte: saat üçte (um drei Uhr), 2020'de (im Jahr 2020), hafta sonunda (am Wochenende).
Mit var und einer Person bedeutet er „bei sich haben“: Bende kalem var heißt „Ich habe einen Stift dabei“, Sende para var mı? „Hast du Geld dabei?“.
Verwechsle die Lokativendung nicht mit dem Wort de/da, das „auch“ bedeutet. Die Endung wird angehängt, das Wort de steht getrennt: evde (zu Hause), aber Ben de geliyorum (Ich komme auch). Sogar Muttersprachler verwechseln das beim Schreiben.
Ablativ -dan: woher, durch, als
Die Grundbedeutung des Ablativs ist „von, aus“: İstanbul'dan geldim (Ich komme aus İstanbul), İşten çıktım (Ich bin von der Arbeit weg). Er deckt einige Bedeutungen ab, für die das Deutsche verschiedene Wörter hat:
- durch, über: Köprüden geçtik (Wir sind über die Brücke gegangen), Pencereden baktı (Sie hat aus dem Fenster geschaut)
- als, beim Vergleich: Ali Mehmet'ten uzun (Ali ist größer als Mehmet), Çay kahveden ucuz (Tee ist billiger als Kaffee)
- vor, aus, wegen: Yorgunluktan uyuyakaldım (Ich bin vor Müdigkeit eingeschlafen)
- aus einem Material: tahtadan bir masa (ein Tisch aus Holz)
Beim Vergleich steht der Ablativ an dem, womit verglichen wird, wo du im Deutschen „als“ sagst. Ein Steigerungssuffix wie „-er“ braucht das Türkische dafür nicht.
Genitiv -(n)ın: wessen
Der Genitiv markiert den Besitzer: Ali'nin arabası (Alis Auto), evin kapısı (die Tür des Hauses), Türkiye'nin başkenti (die Hauptstadt der Türkei).
Im deutschen Alltag weicht der Genitiv oft dem „von“ (das Auto von Ali). Im Türkischen gibt es diese Ausweichmöglichkeit nicht, und der Genitiv kommt immer im Paar: Der Besitzer bekommt die Genitivendung, das Besessene eine Possessivendung: Ali'nin araba-sı, benim kitab-ım. Beide Hälften sind Pflicht.
Hier kommt dir das Deutsche wieder entgegen. Evin kapısı ist „die Tür des Hauses“, ein bestimmtes Haus. Ev kapısı ohne Genitiv entspricht dem deutschen Kompositum „Haustür“, also der Art von Tür, die Häuser haben. Nach diesem Muster bildet das Türkische viele zusammengesetzte Begriffe: okul müdürü (Schulleiter), Türk kahvesi (türkischer Mokka).
Mit var drückt der Genitiv „haben“ aus: Ali'nin bir kardeşi var (Ali hat einen Bruder oder eine Schwester).
Verben mit festem Fall: Rektion wie im Deutschen
Du kennst das Prinzip aus dem Deutschen: „helfen“ verlangt den Dativ, „warten“ verlangt „auf“ plus Akkusativ. Viele türkische Verben haben ebenfalls einen festen Fall. Das TDK-Wörterbuch markiert ihn in jedem Eintrag: Die Definition von bahsetmek (über etwas sprechen) ist zum Beispiel mit -den gekennzeichnet. Lern zu jedem Verb seinen Fall mit, so wie du im Deutschen „sich erinnern an + Akk“ lernst.
| Verb | Fall | Beispiel | Deutsch |
|---|---|---|---|
| binmek | Dativ | Otobüse bindim. | Ich bin in den Bus eingestiegen. |
| inmek | Ablativ | Otobüsten indim. | Ich bin aus dem Bus ausgestiegen. |
| bakmak | Dativ | Bana bak. | Schau mich an. |
| yardım etmek | Dativ | Sana yardım ederim. | Ich helfe dir. |
| benzemek | Dativ | Annesine benziyor. | Sie ähnelt ihrer Mutter. |
| inanmak | Dativ | Sana inanıyorum. | Ich glaube dir. |
| başlamak | Dativ | İşe başladım. | Ich habe mit der Arbeit angefangen. |
| telefon etmek | Dativ | Anneme telefon ettim. | Ich habe mit meiner Mutter telefoniert. |
| korkmak | Ablativ | Köpeklerden korkuyorum. | Ich habe Angst vor Hunden. |
| hoşlanmak | Ablativ | Bu şarkıdan hoşlanıyorum. | Ich mag dieses Lied. |
| bahsetmek | Ablativ | Bundan bahsettik. | Wir haben darüber gesprochen. |
| nefret etmek | Ablativ | Yalandan nefret ederim. | Ich hasse Lügen. |
| beklemek | Akkusativ | Seni bekliyorum. | Ich warte auf dich. |
| aramak | Akkusativ | Seni yarın ararım. | Ich rufe dich morgen an. |
| özlemek | Akkusativ | Seni özledim. | Ich vermisse dich. |
Einige Paare passen gut zum Deutschen: binmek und inmek sind wie „einsteigen in“ und „aussteigen aus“, also wohin und woher, Dativ und Ablativ. Andere sind Fallen. Bakmak nimmt den Dativ, obwohl „ansehen“ den Akkusativ hat, und beklemek den Akkusativ ohne jedes „auf“. Telefon etmek nimmt den Dativ, aramak, ebenfalls „anrufen“, den Akkusativ. Beide brauchst du täglich, wenn du in die Türkei auswanderst.
So übst du die Fälle
Tabellen sind zum Nachschlagen da. Damit die Endungen automatisch kommen, musst du sie selbst bilden:
- Sag ein Nomen laut durch alle sechs Fälle, dann ein Wort auf Vokal (araba, kapı), um die Puffer zu üben.
- Schreib zu jedem neuen Verb einen kurzen Satz mit seinem Fall, nicht nur das Verb: otobüse binmek, köpekten korkmak.
- Bevor du den Akkusativ setzt, stell dir eine Frage: Würde ich im Deutschen „der/die/das“ oder „mein“ sagen? Wenn ja, setz ihn.
- Bei Ortsangaben frag dich zuerst: wo, wohin oder woher? Das entscheidet zwischen -de, -e und -den.
Die Fälle kommen ab A1 und begleiten dich auf jedem Niveau, deshalb zeigen sie gut, wo du stehst. Was auf jeder Stufe erwartet wird, beschreibt unser Artikel zu den Türkisch-Niveaus A1 bis C2. Wenn du Türkisch in der Familie gehört hast und die Endungen nach Gefühl setzt, aber nicht erklären kannst, hilft dir auch unser Text zu Türkisch als Herkunftssprache.
Ceylan, unsere Lehrerin, ist türkische Muttersprachlerin mit einem Master in Türkisch als Fremdsprache und acht Jahren Unterrichtserfahrung von A1 bis C2. Sie erklärt Grammatik auf Türkisch oder Englisch und korrigiert deine Fallendungen, während du sprichst.
Häufige Fragen
Wie viele Fälle hat das Türkische?
Meist werden sechs gelehrt: Nominativ, Akkusativ, Dativ, Lokativ, Ablativ und Genitiv. Manche Grammatiken zählen auch den Instrumental -(y)la und den Äquativ -ca dazu. Das Deutsche hat vier.
Wann benutze ich den türkischen Akkusativ?
Bei einem bestimmten direkten Objekt: einem Namen, einem Pronomen, einem Nomen mit „mein/dein“, einem Nomen nach bu/şu/o oder etwas schon Erwähntem. Bei allgemeinen oder unbestimmten Objekten nimmst du die Grundform und stellst sie direkt vor das Verb.
Ist der türkische Dativ wie der deutsche Dativ?
Nur teilweise. Beim Empfänger stimmen beide überein (Anneme verdim, ich habe es meiner Mutter gegeben). Der türkische Dativ zeigt aber immer eine Richtung, also „wohin“. Für „wo“ nimmt das Türkische den Lokativ.
Warum heißt es Ali'yi, aber kitabı?
Ali endet auf Vokal, deshalb braucht der Akkusativ den Puffer y. Kitap endet auf Konsonant und braucht keinen Puffer, und das p wird vor dem Vokal zu b.
Was ist der Unterschied zwischen -de und de?
Der Lokativ -de/-da hängt am Wort und bedeutet „in, an, bei“ (evde). Das getrennte Wort de/da bedeutet „auch“ (ben de).
Beim Lesen erkennst du die Endungen bald. Beim Sprechen rutscht dir trotzdem noch lange ein Sana bekliyorum heraus, und das merkst du selbst kaum. Dafür hilft ein Gegenüber, das mithört. Schau im kostenlosen Einstufungstest, wo du stehst, und frag eine kostenlose Probestunde von 20 bis 30 Minuten an. Antwort bekommst du innerhalb von 24 Stunden.





