Türkisches Alphabet und Aussprache: alle 29 Buchstaben

Das türkische Alphabet hat 29 Buchstaben: 8 Vokale und 21 Konsonanten. Es ist eine lateinische Schrift und wurde am 1. November 1928 per Gesetz eingeführt, so die Türk Dil Kurumu (TDK), die Türkische Sprachgesellschaft. Das Beste daran: Jeder Buchstabe steht für genau einen Laut. Wenn du die 29 Laute kennst, kannst du jedes türkische Wort vorlesen. Als Deutschsprachige oder Deutschsprachiger hast du dabei einen Vorsprung, denn ö und ü sprichst du schon. Üben musst du vor allem ı und ğ und ein paar Buchstaben, die im Türkischen anders klingen als im Deutschen: z, s, v, c, h und y.
Was im türkischen Alphabet steckt
Das Alphabet hat kein q, w und x, und auch kein ä oder ß. Dafür hat es sechs Buchstaben, die im englischen Alphabet fehlen: ç, ğ, ı, ö, ş und ü. Für dich sind davon nur vier wirklich neu, denn ö und ü klingen im Türkischen fast wie im Deutschen. Außerdem sind i und ı zwei verschiedene Buchstaben mit eigenen Großbuchstaben: Aus i wird İ, aus ı wird I. Deshalb steht İstanbul mit Punkt auf dem großen İ.
Die TDK nennt als Vokale a, e, ı, i, o, ö, u, ü und als Konsonanten b, c, ç, d, f, g, ğ, h, j, k, l, m, n, p, r, s, ş, t, v, y, z in ihrem Rechtschreibleitfaden (Yazım Kılavuzu). Die Buchstabennamen funktionieren wie im Deutschen: Konsonanten bekommen ein e, also be, ce, çe, de. Die einzige Ausnahme ist ğ, das yumuşak ge heißt, „weiches g“.
Alle 29 Buchstaben mit deutscher Aussprachehilfe
Die deutschen Vergleiche sind Annäherungen. Türkische Vokale sind kurz, auch in betonten Silben. Zieh sie nicht in die Länge wie das a in „Bahn“ oder das o in „Boot“.
| Buchstabe | Name | Klingt wie | Beispiel |
|---|---|---|---|
| A a | a | kurzes a wie in „Mann“ | araba (Auto) |
| B b | be | b wie in „Ball“ | bal (Honig) |
| C c | ce | dsch wie in „Dschungel“ | cam (Glas) |
| Ç ç | çe | tsch wie in „Tschüss“ | çay (Tee) |
| D d | de | d wie in „Dach“ | dil (Sprache) |
| E e | e | offenes e wie in „Bett“ oder ä in „Äpfel“ | ev (Haus) |
| F f | fe | f wie in „Fisch“ | fil (Elefant) |
| G g | ge | g wie in „gut“ | gel (komm) |
| Ğ ğ | yumuşak ge | stumm, dehnt den Vokal davor | dağ (Berg) |
| H h | he | h wie in „Haus“, immer hörbar | hayır (nein) |
| I ı | ı | kein deutsches Gegenstück, ähnlich dem e in „bitte“, aber weiter hinten | kız (Mädchen) |
| İ i | i | kurzes i wie in „Kino“ | iki (zwei) |
| J j | je | j wie in „Journal“ oder „Garage“ | plaj (Strand) |
| K k | ke | k wie in „Katze“ | kedi (Katze) |
| L l | le | l wie in „Limo“ | limon (Zitrone) |
| M m | me | m wie in „Milch“ | masa (Tisch) |
| N n | ne | n wie in „nein“ | nar (Granatapfel) |
| O o | o | kurzes o wie in „Sonne“ | okul (Schule) |
| Ö ö | ö | kurzes ö wie in „Köln“ | göz (Auge) |
| P p | pe | p wie in „Post“ | para (Geld) |
| R r | re | Zungenspitzen-r, nicht das Rachen-r | renk (Farbe) |
| S s | se | stimmloses s wie in „Bus“ oder „ss“ | su (Wasser) |
| Ş ş | şe | sch wie in „Schule“ | şeker (Zucker) |
| T t | te | t wie in „Tag“ | tuz (Salz) |
| U u | u | kurzes u wie in „Mutter“ | uçak (Flugzeug) |
| Ü ü | ü | kurzes ü wie in „Glück“ | üç (drei) |
| V v | ve | wie das deutsche w in „Wasser“ | var (es gibt) |
| Y y | ye | wie das deutsche j in „ja“ | yol (Weg) |
| Z z | ze | stimmhaftes s wie in „Rose“ | zaman (Zeit) |
Die Fallen für Deutschsprachige
Einige Buchstaben sehen aus wie im Deutschen, klingen aber anders. Hier passieren die typischen Fehler von Deutschsprachigen, und zwar beim Lesen, nicht beim Hören.
- z ist kein „ts“. Das türkische z ist das weiche, summende s aus „Rose“. Deniz (Meer) klingt also wie „Denis“ mit summendem Ende, nicht wie „Denits“.
- s ist immer scharf. Auch am Wortanfang: su (Wasser) beginnt wie „Bus“ endet, nicht wie „Sonne“ in Norddeutschland. Und st und sp bleiben s-t und s-p: Es heißt „Istanbul“, nicht „Ischtanbul“.
- v ist ein w. Var klingt fast wie das deutsche „war“, nie wie „Vater“ mit f.
- y ist das deutsche j, j ist das französische j. Yok (gibt es nicht) klingt wie „jok“, jeton wie im Französischen.
- h ist immer zu hören. Im Deutschen ist das h nach Vokal oft ein stummes Dehnungs-h wie in „Kuh“. Im Türkischen nicht: In kahve (Kaffee) und sabah (Morgen) hörst du ein echtes h.
- c ist „dsch“. Mehr dazu unten.
Die schwierigen Buchstaben: ı, ğ, c, ç und ş
ı (i ohne Punkt)
Diesen Laut gibt es im Deutschen nicht, und er ist für fast alle Lernenden der schwierigste. Sag ein langes „i“ und zieh dann die Zunge nach hinten, ohne die Lippen zu runden. Heraus kommt ein Laut in der Nähe des unbetonten e in „bitte“, nur dunkler. Lern ihn früh, denn ı und i unterscheiden Wörter: kır heißt Land (im Gegensatz zur Stadt), kir heißt Schmutz; kıl ist ein Haar, kil ist Ton.
ö und ü: dein Heimvorteil
Hier hast du es leichter als Englischsprachige. Türkisches ö und ü klingen wie die kurzen Umlaute in „können“ und „Glück“. Achte nur darauf, sie kurz zu halten. Minimalpaare zum Üben: üç (drei) und uç (Spitze), göl (See) und gol (Tor), öl (stirb) und ol (sei).
ğ (yumuşak ge)
ğ wird nie als g gesprochen, und kein türkisches Wort fängt damit an. Was es tut, hängt von den Nachbarn ab:
- Nach a, ı, o, u dehnt es den Vokal, ganz ähnlich wie das deutsche Dehnungs-h: dağ klingt wie „daa“, soğuk (kalt) wie „soouk“.
- Zwischen zwei gleichen Vokalen verschmelzen beide zu einem langen Vokal: ağaç (Baum) klingt wie „aatsch“.
- Nach e, i, ö, ü klingt es oft wie ein leichtes j: öğretmen (Lehrer) fast wie „öjretmen“, değil (nicht) fast wie „dejil“.
Ein Beispiel, das du vielleicht aus dem Fußball kennst: Der Name Gündoğan wird ungefähr „Gündoan“ gesprochen, mit langem o.
c, ç und ş
c ist immer „dsch“, ç ist „tsch“ und ş ist „sch“. Cami (Moschee) klingt wie „Dschami“, cuma (Freitag) wie „Dschuma“, und der Name Can wie „Dschan“. Nie wie k oder ts. Çok (sehr) ist „tschok“, şimdi (jetzt) ist „schimdi“. Verwechslungen ändern das Wort: çam ist eine Kiefer, cam ist Glas; şiş ist ein Spieß, sis ist Nebel.

Vokale: zwei Gruppen, die die Grammatik steuern
Die türkischen Vokale lassen sich ordentlich in Gruppen sortieren, und die TDK stellt sie in einer Tabelle dar: hintere Vokale a, ı, o, u und vordere Vokale e, i, ö, ü, jeweils unterteilt in ungerundet und gerundet (TDK Yazım Kılavuzu).
| ungerundet, weit | ungerundet, eng | gerundet, weit | gerundet, eng | |
|---|---|---|---|---|
| hinten | a | ı | o | u |
| vorne | e | i | ö | ü |
Vielleicht fällt dir etwas auf: Die Paare o/ö und u/ü sind genau die Paare, die du vom deutschen Umlaut kennst (Sohn, Söhne; Mutter, Mütter). Diese Tabelle ist mehr als Aussprache. Sie steuert die Vokalharmonie, also die Regel, ob eine Endung -lar oder -ler, -da oder -de heißt: evler (Häuser), aber kitaplar (Bücher). Die Regeln im Detail findest du in unserem Artikel über türkische Vokalharmonie und Endungen.
Zwei weitere Punkte zu den Vokalen:
- Kurz und stabil. Das Deutsche unterscheidet lange und kurze Vokale, das Türkische kaum. Okul ist nicht „Ookuul“. Halt jeden Vokal kurz und gleichmäßig.
- Lange Vokale gibt es nur in einigen arabischen und persischen Lehnwörtern, etwa şair (Dichter) oder sade (schlicht), und sie werden normalerweise nicht markiert. In ein paar Wörtern setzt die TDK ein Zirkumflex (â, î, û), um Wörter zu unterscheiden: hala (Tante) und hâlâ (immer noch), kâğıt (Papier). Das sind keine zusätzlichen Buchstaben, nur ein Zeichen auf a, i oder u.
Konsonanten
- Doppelte Konsonanten werden länger gehalten. Im Deutschen zeigt „tt“ in „Mitte“ nur einen kurzen Vokal an. Im Türkischen hörst du den Konsonanten wirklich doppelt: elli (fünfzig) hat ein längeres l als eli (seine Hand), anne (Mutter) ist „an-ne“.
- Auslautverhärtung kennst du schon. So wie „Hund“ im Deutschen wie „Hunt“ klingt, enden viele türkische Wörter auf einen harten Konsonanten. Der Unterschied: Im Türkischen wird das auch so geschrieben. Laut TDK-Leitfaden heißt es kitap (aus kitab), aber vor einem Vokal wird es wieder weich: kitabı. Genauso ağaç und ağacı.
- Das r am Wortende ist weich. Viele sprechen es fast gehaucht: bir (eins), var. Und überall gilt: Zungenspitze, kein Rachen-r.
- v kann sehr weich sein. Zwischen Vokalen und nach o oder u wird es oft mit lockeren Lippen gesprochen, sodass tavuk (Huhn) fast wie „tauuk“ klingt.
Wo die Betonung liegt
Die meisten türkischen Wörter werden auf der letzten Silbe betont, und die Betonung wandert mit, wenn Endungen dazukommen: ki-TAP, ki-tap-LAR, ki-tap-la-RIM (meine Bücher). Großbuchstaben markieren hier die betonte Silbe. Das ist für Deutschsprachige ungewohnt, weil das Deutsche meist die Stammsilbe betont. Ein paar Gruppen weichen ab:
- Ortsnamen werden meist früher betont: AN-ka-ra, is-TAN-bul, TÜR-ki-ye.
- Viele Lehnwörter behalten ihre eigene Betonung: lo-KAN-ta (Restaurant), FAB-ri-ka (Fabrik).
- Einige Alltagswörter werden vorne betont: E-vet (ja), NE-re-de (wo), ŞİM-di (jetzt), MER-ha-ba (hallo).
- Manche Endungen können keine Betonung tragen, deshalb trifft es die Silbe davor. Die Verneinung -ma/-me ist so eine: GEL-me-di (er kam nicht), dagegen gel-Dİ (er kam). Das Fragewort mi ebenso: Geliyor mu? betont -YOR.
Die Betonung ist im Türkischen schwächer als im Deutschen. Ein falscher Vokal verwirrt mehr als eine falsche Betonung, also steck deine Übungszeit zuerst in ı und ğ.
So übst du am besten
- Lies die Tabelle oben eine Woche lang zweimal täglich laut, Buchstabe für Buchstabe.
- Übe die Minimalpaare: kır/kir, üç/uç, göl/gol, çam/cam, şiş/sis.
- Lies echte Texte laut. Dafür musst du nicht in die Türkei fahren: Schilder türkischer Geschäfte in deiner Stadt, Fırın (Bäckerei), Kuyumcu (Juwelier), Speisekarten, Produktetiketten im Supermarkt. Weil Schrift und Laut übereinstimmen, kannst du Türkisch korrekt vorlesen, lange bevor du es verstehst.
- Nimm dich auf und vergleiche mit einer Muttersprachlerin oder einem Muttersprachler.
Wenn das Vorlesen klappt, kommen die Sätze, die du jeden Tag brauchst: Unser Artikel über türkische Begrüßungen und Redewendungen hat sie, und Türkisch für Auswanderer zeigt die Gespräche bei der Bank, in der Apotheke und auf dem pazar. Lernst du für die Familie deines Partners, hilft dir Türkisch lernen für den Partner und die Schwiegerfamilie.
Mit Rückmeldung einer Lehrerin geht es schneller, weil die meisten Lernenden ihre eigenen ı/i-Verwechslungen nicht hören. Ceylan, unsere Lehrerin, ist türkische Muttersprachlerin mit einem Master in Türkischdidaktik und unterrichtet seit acht Jahren. Sie unterrichtet alle Niveaus von A1 bis C2 und erklärt auf Türkisch oder Englisch.
Häufige Fragen
Wie viele Buchstaben hat das türkische Alphabet?
29. Die TDK zählt 8 Vokale und 21 Konsonanten. Das Zirkumflex auf â, î, û ist ein Zeichen, kein eigener Buchstabe.
Ist die türkische Aussprache für Deutsche schwer?
Eher nicht, denn die Schreibung ist regelmäßig und jeder Buchstabe wird gesprochen. Ö und ü kennst du schon. Üben musst du vor allem ı, das stumme ğ und die Buchstaben, die anders klingen als im Deutschen: z, s, v, c, y. Den größeren Rahmen erklärt Wie lange dauert es, Türkisch zu lernen?.
Wie spricht man ğ aus?
Gar nicht als Konsonant. Es dehnt den Vokal davor (dağ klingt wie „daa“), ähnlich wie das deutsche Dehnungs-h, oder klingt nach e und i wie ein leichtes j.
Was ist der Unterschied zwischen i und ı?
Es sind zwei Buchstaben. İ/i ist ein kurzes „i“, I/ı ein dunkler Laut ohne deutsches Gegenstück, ähnlich dem e in „bitte“. Sie unterscheiden Wörter, etwa kir (Schmutz) und kır (Land).
Warum wird c wie „dsch“ gesprochen?
Diesen Lautwert bekam c, als 1928 das lateinische Alphabet eingeführt wurde. Im Türkischen ist c immer „dsch“, wie in cami (Moschee), und z ist nie „ts“.
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